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Architekturmanagement

TOGAF 10: Der Werkzeugkasten für strukturierte Architekturarbeit

TOGAF 10 im Überblick: die ADM-Phasen, das Architecture Content Framework und der Nutzen für KMU.

Von Peter Hoenig · · 2 Min. Lesezeit

Was ist TOGAF?

TOGAF (The Open Group Architecture Framework) ist ein weltweit anerkanntes Rahmenwerk für das Enterprise-Architekturmanagement. Es bietet bewährte Methoden, Strukturen und Begriffsdefinitionen, um komplexe Unternehmensarchitekturen planbar, steuerbar und anpassbar zu machen.

Mit Version 10 wurde TOGAF modularisiert, verständlicher aufbereitet und noch besser auf die Anforderungen von KMU und modernen, agilen Organisationen zugeschnitten.

Die Architecture Development Method (ADM) im Detail

Die ADM (Architecture Development Method) ist das Kernstück von TOGAF. Sie beschreibt den vollständigen Zyklus zur Entwicklung und Pflege einer Unternehmensarchitektur in zehn logisch aufeinanderfolgenden Phasen. Ein ADM-Zyklus ist keine Einbahnstraße, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.

Die zehn ADM-Phasen im Überblick:

  • Preliminary: Definition der Rahmenbedingungen – wer macht was? Welche Tools, Methoden und Prinzipien gelten?
  • Architecture Vision: klare Zielbilder entwickeln, Nutzen definieren, Stakeholder einbinden, Machbarkeit einschätzen.
  • Business Architecture: Prozesse, Strukturen, Rollen und Capabilities des Unternehmens modellieren.
  • Information Systems Architecture: Applikationen und Datenflüsse gestalten – inklusive Datenqualitäts- und Integrationsaspekten.
  • Technology Architecture: Infrastruktur, Plattformen, Cloud-Komponenten und technische Standards definieren.
  • Opportunities & Solutions: mögliche Lösungsoptionen formulieren und bewerten, Change-Initiativen entwickeln.
  • Migration Planning: Projekte priorisieren, Roadmaps entwerfen, Abhängigkeiten aufzeigen.
  • Implementation Governance: Umsetzung überwachen, Architekturkonformität sicherstellen.
  • Architecture Change Management: Architektur weiterentwickeln, auf Veränderungen reagieren.
  • Requirements Management: zentrale Steuerung aller Anforderungen, durchgängig über den gesamten ADM-Zyklus.

Das Architecture Content Framework (ACF)

Das ACF stellt sicher, dass alle Architektur-Artefakte konsistent, vergleichbar und wiederverwendbar sind. Es definiert:

  • Kataloge (z. B. Applikationskatalog, Capabilities)
  • Matrizen (z. B. Schnittstellen, Verantwortlichkeiten)
  • Diagramme und Modelle (z. B. Prozesslandkarten, Netzwerktopologien)
  • Building Blocks: wiederverwendbare Architekturelemente

Ziel: eine gemeinsame, strukturierte Basis schaffen – und einheitlich dokumentieren.

Weitere TOGAF-Komponenten

Enterprise Continuum & Tools

  • Klassifizierung aller Architekturergebnisse entlang eines Reifegrads (von generisch zu spezifisch)
  • Verknüpfung mit eigenen Repository- und Modellierungswerkzeugen

Referenzmodelle

  • TRM: technische Infrastrukturkomponenten
  • III-RM: Datenflüsse und Servicestrukturen für integrierte Informationsinfrastrukturen
  • weitere branchenspezifische Modelle

Governance Framework

  • Architekturverträge, Boards, Entscheidungsgremien
  • Qualitätssicherung, Compliance, Reviewprozesse

Capability Framework

  • Bewertung der Reife der Architekturarbeit
  • Entwicklung von Rollen, Skills, Methodenanwendung und Governance-Strukturen

Modularisierung

  • Aufteilung in „Fundamentals" und „Series Guides"
  • für spezifische Themen wie Agile EA, Cloud, Security, Risk, Data, Digital Transformation

Warum TOGAF besonders für KMU wertvoll ist

  • Struktur und Orientierung: hilft, aus diffusen Vorhaben klar strukturierte Umsetzungspläne zu machen.
  • Fundierte Investitionsentscheidungen: IT-Budget effizient und strategisch ausrichten.
  • Skalierbarkeit: TOGAF ist kein Alles-oder-nichts-Framework, sondern modular anpassbar.
  • Entscheidungsunterstützung: schafft Entscheidungsgrundlagen für das Management, nicht nur für die IT.

Fazit

TOGAF 10 bietet einen praxiserprobten Werkzeugkasten, um Unternehmensarchitekturen strategisch zu gestalten und operative Realität mit Visionen zu verbinden. Wer TOGAF mit Augenmaß und Kontextbezug einsetzt, erhält ein starkes Fundament für Digitalisierung, Prozessoptimierung und nachhaltige Unternehmensentwicklung.

Besonders KMU profitieren davon, weil sie oft keinen Overhead brauchen – sondern klare Struktur, schlanke Werkzeuge und fundierte Orientierung.

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