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Architekturmanagement-Werkzeuge im 8EM-Modeller

Anwendungsportfolio, Schnittstellen, Technologie-Radar, Priorisierung und Wertströme: Architekturmanagement für den Mittelstand im 8EM-Modeller.

Von Peter Hoenig · · aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit

Dieser Beitrag wurde mit dem KI-Assistenten Claude erstellt und von Peter Hoenig veröffentlicht.

Drei Auswertungen aus dem 8EM-Modeller für ein fiktives Beispiel: Anwendungsportfolio nach fachlichem Wert und technischem Zustand, Technologie-Radar und Wertstromkarte

Enterprise-Architekturmanagement (EAM) beantwortet im Kern drei Fragen: Was haben wir? Wo wollen wir hin? Und in welcher Reihenfolge gehen wir die Schritte? Große Unternehmen setzen dafür umfangreiche Software und eigene Teams ein. Kleine und mittlere Unternehmen brauchen dasselbe Denken – aber in einer Form, die sich mit wenigen Menschen nebenbei pflegen lässt. Deshalb habe ich die wichtigsten Werkzeuge des Architekturmanagements in meinen 8EM-Modeller eingebaut, wo sie direkt mit Zielen, Fähigkeiten, Prozessen und Organisation verbunden sind.

Auf einen Blick

  • Anwendungsportfolio: IT-Systeme nach fachlichem Wert und technischem Zustand bewerten und über ihre Zukunft entscheiden.
  • Migrationsbewertung: für jedes System festhalten, ob es bleibt, umzieht, erneuert, ersetzt oder abgeschaltet wird.
  • Schnittstellenkatalog und Datenflusslandkarte: wer mit wem welche Daten austauscht – und wo noch von Hand übertragen wird.
  • Technologie-Radar: welche Technologien Standard sind, eingeführt, erprobt oder zurückgehalten werden – wahlweise auch danach, ob sie selbst entwickelt oder gekauft sind.
  • Priorisierung von Vorhaben: Projekte nach nachvollziehbaren Kriterien reihen und mit dem Budget abgleichen.
  • Architektur-Governance: Entscheidungen, befristete Ausnahmen und Reviews festhalten.
  • Wertströme und Glossar: den Weg zum Kundennutzen und eine gemeinsame Sprache.
  • Austausch: Massenimport aus Excel und Austausch im ArchiMate®-Format.

Was habe ich? – Bestandsaufnahme und Bewertung

Anwendungsportfolio: Jedes IT-System wird nach fachlichen Kriterien bewertet – wie gut es die Aufgaben abdeckt, welche Prozesse und Ziele daran hängen, wie viele Menschen es nutzen, ob es den Menschen dient – und nach technischen, etwa Zustand, Betrieb, Sicherheit, Wartbarkeit, Einbindung und Kosten. Die Gewichte lassen sich anpassen. Das Portfolio-Bild zeigt alle Systeme auf einen Blick, die Größe der Kreise die Kosten. Daraus ergibt sich ein Vorschlag – investieren, tolerieren, migrieren oder ablösen –, aber die Entscheidung treffen Sie selbst, mit Datum und Begründung.

Schnittstellenkatalog: Jede Schnittstelle bekommt eine Nummer, Technik, Häufigkeit, Verantwortung und die übertragenen Daten. Sie hat eine Richtung – fließen Daten hin und zurück, sind es zwei – und einen Status von „in Planung“ über „im Betrieb“ bis „abgeschaltet“; ein Kontextdiagramm zeigt ein System mit seinen Nachbarn über bis zu fünf Stufen. Die Datenflusslandkarte zeigt die Verbindungen als Bild, eine Matrix als Tabelle. Übertragungen von Hand – sogenannte Medienbrüche – und personenbezogene Daten werden hervorgehoben, weil dort oft Fehler und Risiken stecken.

Glossar: Begriffe mit Definition, Synonymen, Abgrenzung und Beispiel. Der Modeller weist darauf hin, wenn ein Wort mehrfach mit unterschiedlicher Bedeutung verwendet wird – eine häufige, oft unterschätzte Quelle von Missverständnissen zwischen Fachbereichen und IT.

Wo wollen wir hin? – Ziele, Standards und Wertströme

Wertströme beschreiben in wenigen Stufen, wie für Kundinnen und Kunden Wert entsteht – vom Anliegen bis zum Ergebnis. Die Wertstromkarte zeigt unter jeder Stufe die Fähigkeiten, Prozesse und IT-Systeme, die sie tragen, und macht Lücken im Reifegrad sichtbar.

Technologie-Radar: Für jede Komponente und Plattform wird festgelegt, ob sie Standard ist, eingeführt, erprobt oder zurückgehalten wird. Das Radar macht daraus ein Bild, das sich gut mit allen Beteiligten besprechen lässt – und das Ausläufer früh sichtbar macht. Eine zweite Sicht ordnet dieselben Technologien danach, ob sie selbst entwickelt oder gekauft sind, jeweils als Standard oder Non-Standard.

Migrationsbewertung: Für jedes IT-System wird festgehalten, wohin die Reise geht: beibehalten, unverändert umziehen, auf eine neue Plattform heben, neu entwickeln, durch eine Standardlösung ersetzen oder abschalten – mit Ziel, Termin und Aufwand. Der Modeller gibt Hinweise aus dem Modell, zum Beispiel wenn personenbezogene Daten zu einem Anbieter außerhalb der EU wandern sollen. Das sind Hinweise zum Nachfragen, keine Rechtsbewertung.

In welcher Reihenfolge? – Priorisierung und Governance

Vorhaben-Priorisierung: Projekte werden nach Kriterien wie Strategiebezug, Nutzen, Dringlichkeit, Wirkung auf die Menschen, Beitrag zur Architektur sowie Risiko und Aufwand bewertet; die Gewichte bestimmen Sie. Die Rangliste zeigt, welche Vorhaben in das Budget passen, ein Bild stellt Wert und Belastung gegenüber.

Architektur-Governance: Wichtige Architekturentscheidungen werden kurz festgehalten – Ausgangslage, Entscheidung, Alternativen, Folgen, Wiedervorlage. Ausnahmen von einem Standard werden befristet genehmigt und mit einem Ausgleich versehen; der Modeller meldet abgelaufene Ausnahmen. Reviews prüfen größere Vorhaben vor der Umsetzung anhand fester Prüfpunkte. Die Verantwortlichen werden dabei – wie überall im Modeller – aus der zentralen Organisation gewählt.

Daten hinein und hinaus

  • Massenimport: Listen aus Excel oder CSV werden einer Ebene zugeordnet, die Spalten weitgehend automatisch erkannt; gleichnamige Einträge werden aktualisiert statt verdoppelt. Eine Importvorlage hilft beim Start.
  • ArchiMate®: Export und Import im Austauschformat der Open Group für ArchiMate-Modelle.
  • Fragebögen: Der EAM-Reifegradcheck und der IT-Erhebungsbogen lassen sich aus dem Modeller öffnen; ihre Ergebnisse fließen direkt ins Modell.
  • Berichte: Zu jedem Werkzeug gibt es einen Bericht mit Grafiken und Tabellen, dazu eine Berichtsmappe „Architekturmanagement“. Ausgabe als PDF, Word-Dokument oder CSV.

Warum im 8EM-Modeller?

Die Werkzeuge sind kein Selbstzweck. Ihr Wert entsteht durch die Verbindungen: Ein IT-System im Portfolio ist mit den Prozessen verknüpft, die es unterstützt, und mit den Fähigkeiten und Zielen dahinter; eine Schnittstelle kennt die Datenobjekte und deren Schutzbedarf; ein Vorhaben kennt sein Soll-Bild. So lassen sich Fragen beantworten, die einzelne Listen nicht beantworten können – etwa, welche Kernprozesse von einem Altsystem abhängen, das abgelöst werden soll. Und über allem steht die Leitfrage des 8-Ebenen-Modells: Dient das den Menschen?

Mehr über den Modeller selbst lesen Sie im Beitrag Das Unternehmen im 8-Ebenen-Modell abbilden. Er wird laufend weiterentwickelt; eine Erprobungsfassung finden Sie unter Experimentell – zum Ausprobieren.

Die Werkzeuge unterstützen Bewertung, Gespräch und Entscheidung. Sie ersetzen keine Fachberatung im Einzelfall, keine Rechtsberatung und keine operative Umsetzung.

Fazit

Gutes Architekturmanagement braucht keine große Abteilung, sondern wenige, gut verbundene Werkzeuge und die Bereitschaft, regelmäßig hinzuschauen. Wenn Sie damit in Ihrem Unternehmen beginnen möchten, unterstütze ich Sie gern im Enterprise-Architekturmanagement. Einen Einstieg in das Thema bieten auch die Beiträge Warum KMU nicht auf Enterprise-Architekturmanagement verzichten sollten und TOGAF 10: Der Werkzeugkasten für strukturierte Architekturarbeit. Sprechen Sie mich im kostenfreien Erstgespräch an.

Quellen: Nygard, M. (2011): Documenting Architecture Decisions. Blogbeitrag, Cognitect. – The Open Group: ArchiMate® Model Exchange File Format for the ArchiMate Modeling Language. Reading: The Open Group.

Markenhinweis: ArchiMate® und TOGAF® sind eingetragene Marken von The Open Group. Die Namen werden nur beschreibend genannt; es besteht keine Verbindung zu den Markeninhabern.

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